Ausgrenzung spürbar
„Kanacken und Sauerkraut“
Rietberg (pau). „KnC“ nennt sich die Hip-Hop-Band, die mit ihrem Konzert im Rahmen der „Internationalen Woche“ in Rietberg das „Rock-Café“ des Jugendhauses Südtorschule füllte. Schnell wurde klar, dass die türkische Jugend in der Emsstadt mit KnC (steht für „Kanacken und Sauerkraut“) eine Stimme gefunden hat. „Wir sind die Gangster!“ Diese spaßig gemeinte Selbstdefinition wurde zum Schlachtruf des Abends. Selbst wenn Zeki Altunays nicht gerade prüden Gesten leicht aufgesetzt wirkten – sein Sprechgesang konnte überzeugen.
Von der Lebenssituation ausländischer Jugendlicher erzählen, für Toleranz werben und einfach nur Spaß haben wollen die drei Musiker, zwei Türken und ein Deutscher. Auch wenn in den Texten der Dreiklang Party, Sex und Fun („Fun-Rap“) überwiegt, wenden sich die Rapper entschieden gegen Faschismus und alles, was einen bürgerlichen Eindruck macht.
„Wir wollen auf andere Moralvorstellungen hinweisen“, so Zeki Altunay, 18-jähriger Sänger der Band. Von pauschaler Gleichmacherei in einer oft beschworenen multikulturellen Gesellschaft halten die Musiker nichts: „Wir Türken sind uns der Andersartigkeit bewusst und wollen unsere Identität in diesem Land nicht verlieren. Man soll uns nehmen wie wir sind“. Wie schwierig dies ist, wissen die beiden Türken aus eigener Erfahrung. Nijazi Zekiri: „Unterschwellig ist die Ausgrenzung allgegenwärtig.“
KnC, die mit ihrem dreisprachigem Rap Ausländer und Deutsche gleichermaßen erreichen möchten, wenden sich musikalisch gegen die Isolation, werben für Verständnis uns propagieren Toleranz. Eine türkische Subkultur ist in Rietberg geboren.
Bild: Türkische Sänger Zeki Altunay kam mit der Band „KnC2 bei den Jugendlichen verschiedener Nationalität gut an. Foto: Aufenander